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 Der Zauber am schwindenden Horizont von Thomas Neumeier

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Selene



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BeitragThema: Der Zauber am schwindenden Horizont von Thomas Neumeier   So Jan 12, 2014 6:53 am

Der Zauber am schwindenden Horizont von Thomas Neumeier

Ich bin schon immer im Fantasy-Genre Zuhause und habe mich daher sehr gefreut als wir die Anfrage zu „Der Zauber am schwindenden Horizont“ von Thomas Neumeier bekamen. Natürlich schlug ich gleich zu und wollte das Buch sehr gerne rezensieren. Ich möchte mich daher beim adakia Verlag bedanken, dass sie mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung stellten. Auf 197 Seiten konnte ich Karla Bergen auf ihrer Suche nach der Wahrheit begleiten.

Karla Bergen ist eigentlich ein ganz normaler Mensch, der aber ab und zu mit seinem Leben nicht zu Frieden ist, aber nicht wirklich hinterfragt, woran es liegt. Man sollte meinen, dass sie ein sehr aufregendes Leben als Privatdetektivin führt. Doch dies ist nicht wirklich der Fall. Jeder Tag gleicht dem anderen. Dies ändert sich jedoch, als sie einen Auftrag von einem besorgten Paar erhält, das ihren Sohn sucht. Seit einiger Zeit verschwinden immer wieder Personen aus Regensburg und niemand hat bisher eine Spur, die zu den Vermissten führt. Und nun muss sich Karla auf die Suche begeben. Doch diese bleibt nicht erfolglos und relativ schnell hat sie eine erste und einzige Hauptverdächtige: die Esoterikladeninhaberin Phyllis. Sie folgt ihr Abend für Abend doch nichts Ungewöhnliches will Karla auffallen. Außer dass Phyllis viel trinkt und nicht betrunken wird, ist nichts weiter merkwürdig. Doch die Spur führt eindeutig zu dem Esoterikladen. Eines Abends, als sie zum wiederholten Male Phyllis verfolgt, wird diese von ein paar Rüpeln belästigt und Karla macht sich schon auf das Schlimmste gefasst. Jedoch ist ihr Einschreiten gar nicht nötig. Denn aus den Schatten tauchen plötzlich Männer auf und retten Phyllis vor den Angreifern. Diese scheint jedoch überhaupt nicht verängstigt, sondern eher ruhig und gelassen. Was steckt nur hinter dieser merkwürdigen Frau? Als Karla Phyllis erneut in einen Club folgt, traut sie ihren Augen nicht: Die Frau scheint wahllos Männer abzuschleppen. Sie küsst einen jungen Mann, den sie vor 5 Minuten gerade kennen gelernt hat. Dieser scheint etwas verwirrt zu sein. Doch die beiden machen sich auf den Weg in Phyllis' Laden und Karla wittert ihre große Chance. Sie bricht die Tür auf, um das schlimmste zu verhindern. Doch was sie in dem Laden vorfindet übersteigt ihre kühnsten Träume...

„Der Zauber am schwindenden Horizont“ von Thomas Neumeier hat mich sehr überrascht. Ich habe mir am Anfang vorgestellt, dass das ein Fantasy-Buch mit einem Hauch von Krimi-Elemente ist. Doch so war es nicht. Diese ganze Privatdetektiv-Sache wurde nur so als Einleitung benutzt, was mir sehr gut gefiel. Man wurde nach wenigen Seiten gleich in das Reich von Chantah gezogen und konnte sich dem nicht entziehen. Leider blieben bei mir die Emotionen verborgen. Die Charaktere lösten bei mir keine Gefühlsregung aus. Karla ist 33 Jahre alt und arbeitet als Privatdetektivin. Sie ist mit ihrem Leben nicht immer zufrieden ohne zu ahnen, was sie vermisst. Ich finde sie immer etwas negativ eingestellt. Sie ist sehr pessimistisch und durch diesen Pessimismus hat sie sich immer weiter von mir entfernt. Sie war für mich so einfach nicht greifbar und so konnte ich keinen Bezug zu ihr aufbauen. Ähnlich ging es mir mit Phyllis. Sie war zwar immer liebevoll, doch hatte so eine Einstellung, die Dinge immer nur schwarz oder weiß zu sehen. Das stieß bei mir auf Missfallen. Natürlich fand ich es wunderschön wie die Zwei zueinander gefunden haben, doch diese wenigen Momente reichten einfach nicht aus, um eine Verbindung zu den beiden aufzubauen und deswegen konnte ich auf den letzten Seiten einfach keine Traurigkeit aufbringen für deren beider Schicksal.
Was mich jedoch manchmal für eine Emotion gepackt hat, war Wut. Das Buch ist mir einfach viel zu pessimistisch. Ich lese gerne Fantasy-Bücher weil ich genug von der Welt da draußen habe und in „Der Zauber am schwindenden Horizont“ wurde ich immer auf die Schlechtigkeit der Menschen und dieser Welt gestoßen. Wenn man die Welt vorher nicht gehasst hat, danach wird man dies ganz bestimmt tun. Natürlich ist einiges wahr was in dem Buch geschrieben steht, doch vieles ist auch übertrieben. Nicht alle Menschen sind schlecht oder hintertrieben und wollen ihrem Gegenüber etwas Schlechtes. Manchmal wurde mir das alles viel zu verallgemeinert. Stellenweise wurde ich richtig depressiv, weil diese Welt ja so schlecht ist. Mir haben solche Passagen die Freude auf das restliche Buch echt verdorben. Was mir das Lesen auch schwer gemacht hat, war der Aufbau des Geschriebenen. Es wurde immer abwechselnd aus der Sicht von Karla und dann wieder von Phyllis geschrieben. Jedoch wurde das bereits erlebte wiederholt und die Handlung ging daher immer etwas schleichend voran. Leider blieb so die Spannung auch auf der Strecke, weil man ja teilweise schon wusste, was passiert. Natürlich ist diese Struktur abwechslungsreich, aber nur, wenn auch was anderes erzählt wird. Einige Dialoge wurden verändert und die Handlung teilweise weitergeführt, aber das reichte nicht, um die Spannung aufrecht zu erhalten.
Ich muss wirklich sagen, dass das Buch einiges an Potential aufweist, leider wurde dieses nicht optimal umgesetzt.
Das Cover ist zauberhaft. Es ist in dunklen Tönen gehalten und wirkt sehr mystisch. Auch die angedeuteten Verschnörkelungen tragen zu diesem Effekt bei.
Ich kann „Der Zauber am schwindenden Horizont“ trotzdem allen empfehlen, die sich nicht von meiner Kritik abschrecken lassen und die auf eine fantastische Reise aufbrechen wollen und Lust haben das Geheimnis um Karla und ihre Herkunft zu lüften.

2 von 5 Schmetterlingen
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