
"The Hollow" ist der erste Band einer recht düsteren und romantischen Fantasy-Trilogie der Amerikanerin Jessica Verday.
Der zweite Band der Reihe, "The Haunted - Wahre Liebe ist unsterblich", ist vor wenigen Tagen auf Deutsch erschienen. Der dritte Teil, "The Hidden", soll Ende des Jahres in den USA erscheinen. Ich hoffe, dass er dann nächstes Jahr auf Deutsch zu haben sein wird
Es geht um die sechzehnjährige Abigail, genannt Abbey, die mit ihren Eltern in der verschlafenen Kleinstadt Sleepy Hollow lebt.
Abbey ist ein eher ruhiges Mädchen. Sie hat ihre Freizeit bisher am liebsten mit ihrer besten Freundin Kristen und der Parfümherstellung verbracht, ihrem größten Hobby. Zusammen mit Kristen war sie oft auf dem alten Friedhof der Stadt anzutreffen, der die beiden Freundinnen wegen seiner geheimnisvollen und ruhigen Atmosphäre faszinierte. Außerdem ist Abbey begeistert von dem lange verstorbenen Autors Washington Irving, der als eine Art Schutzpatron ihrer Heimatstadt angesehen wird, da dessen Geschichten um den Kopflosen Reiter Sleppy Hollow bekannt gemacht haben.
Der Roman beginnt damit, dass Kristen seit Wochen spurlos verschwunden ist und zu Abbeys Verzweiflung schließlich für tot erklärt wird. Es wird angenommen, Kristen habe sich das Leben genommen.
Auf der symbolischen Abschiedsfeier begegnet Abbey Caspian, der sie tröstet. In den folgenden Tagen treffen sich die beiden immer wieder und Abbey wächst der freundliche und liebenswerte Capian schnell ans Herz. Dieser verschwindet jedoch immer wieder urplötzlich und weicht stets aus, wenn Abbey Fragen zu seiner Vergangenheit stellt. Sie ahnt , dass ihn ein großes Geheimnis umgibt.
Während sie mit ihrem Schmerz wegen Kristen und über Caspians plötzliches Verschwinden kämpft, stößt Abbey auf einen Hinweis über Kristens Verschwinden. Abbey beschließt, den Geheimnissen um Kristen und Caspian auf den Grund zu gehen ...
Die ersten zwanzig Seiten konnten mich noch nicht so ganz fesseln: Abbey geht am Anfang meinem ersten Eindruck nach etwas locker mit dem Verlust ihrer besten Freundin um, da fehlten mir mehr Gefühle. Etwas später erfährt der Leser jedoch die Gründe für dieses Verhalten, so dass ich sagen kann, dass der erste Eindruck nicht wirklich zutraf.
Ab dieser Stelle zog die Geschichte um Abbey mich in ihren Bann. Ich war sehr berührt davon, wie Abbeys Sehnsucht nach ihrer besten Freundin Kristen und im späteren Verlauf ihr Schmerz wegen Caspians Verhalten beschrieben werden.
Als Buchcharakter ist Abbey mir ans Herz gewachsen durch ihre realistische Darstellung: Sie hat Fehler und Stärken und benimmt sich für ihr Alter glaubwürdig und nicht immer zu perfekt. Ihr Hobby, das Parfüm-Herstellen, hat mich gleich begeistert. So intensiv, wie Jessica Verday es beschreibt, habe ich richtig Lust bekommen, es selbst einmal auszuprobieren

Generell finde ich Abbeys Alltag sehr gelungen und realitätsnah dargestellt: Sie geht zur Schule, lernt, widmet sich ihren Hobbys, träumt in den Tag hinein, hat Sorgen, geht einem Job nach, streitet sich mit ihren Eltern ... Alles Aspekte, die dabeigeholfen haben, sie in meiner Vorstellung lebendig werden zu lassen.
Zu Caspian und der Beziehung zwischen ihm und Abbey habe ich nichts Negatives zu sagen - alles wird sehr glaubwürdig beschrieben; vieles bleibt noch im Dunklen (vor allem in Bezug auf Caspian), was mich aber nicht gestört hat, da Abbeys und Caspians Geschichte auf eine Trilogie ausgelegt ist.
Ich habe Caspian und Abbey beide als liebenswerter Charaktere erlebt, die mir schnell ans Herz gewachsen sind.
Die leicht düstere Atmosphäre um Sleepy Hollow (ein nicht geringer Teil der Geschichte spielt sich auf dem Friedhof ab) und die Legende um den Kopflosen Reiter, um die sich im Verborgenen alles dreht (jedes Kapitel beginnt mit einem Zitat aus Washington Irvings Gruselgeschichten um Sleepy Hollow) haben mich immer wieder neugierig und gespannt weiterlesen lassen.
Einziger Kritikpunkt: Der Schreibstil ist nicht so ausgereift, wie es der wunderschönen Geschichte zustünde. So verwendet Abbey als Ich-Erzählerin für meinen Geschmack zu viel Umgangssprache (was ich persönlich in Romanen nicht gerne lese) und der Satzbau und die Wortwahl sind an mehreren Stellen für meinen Geschmack etwas zu einfach.
Mein Fazit:
Ein Roman, der mich sehr berührt hat mit seinen Emotionen und den liebevoll ausgearbeiteten Hauptcharakteren. Ich bin völlig eingetaucht in die schaurig-melancholische-romantische Atmosphäre und wünsche dem Buch noch viele zufriedene Leser
(Ich hoffe, die Vorstellung ist ok so, wenn nicht, sagt mir einfach bescheid

)